Rosen und ihre Düfte
- Andrea Bregar

- 22. Juni 2021
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Juni
Rosendestillation, Rosenessig, Rosenalles

Rosenzeit
Mai und Juni sind die Zeit der alten Duftrosen, der Damaszener und Centifolias. Sie duften nur ein paar Wochen im Jahr. In unserer Region meist ab Ende Mai. Heuer hat es durch das ungewöhnlich kalte Frühjahr ein bisschen länger gedauert bis sich die duftenden Blüten öffnen. Dafür ist es jetzt sehr, sehr schnell gegangen mit der Blüte und bald ist die Blühzeit auch schon wieder vorbei.
Die Rosen in meinem Garten eignen sich hervorragend zur Destillation, für die Küche, Hausapotheke und Naturkosmetik. Hier möchte ich einige Arten und Sorten davon vorstellen:
ROSA CENTIFOLIA
Centifolia bedeutet „hundertblättrig“. Und so sieht sie auch aus. Dicht gefüllt blüht sie meist in Rosatönen, manchmal in Weiß oder Rot. Sie zählt zu den alten Rosen, das heißt, zu den am längsten kultivierten Rosen. Sie entstanden so ca bis Ende des 16. Jahrhunderts und wurden bis ca. 1850 weiterentwickelt.
Die typischen Bauernrosen mit ihren üppigen, stark duftenden Blüten eignen sich hervorragend für die Destillation
In meinem Garten wachsen unter anderem die Sorten ´Typ Kassel´ und ´Fantin Latour´
Die absolute Lieblingssorte, auch aufgrund der Optik, ist Fantin Latour:
Sie besitzt große, stabile Blüten, blüht relativ lange, üppig und gesund und gibt allen Produkten ein sehr volles Aroma.
Fantin Latour:
ROSA CENTIFOLIA MUSCOSA, Moosrosen, Rosa muscosa
Seit Ende des 17. Jahrhunderts sind diese Rosen bekannt. Die Knospen und Kelhblätter sehen aus wie bemoost und enthalten viele harzige Drüsen. Dieser süße, harzige Centifolienduft ist einmalig und gehört zu meinen Lieblingsdüften. Das Hydrolat aus solchen Rosen ist unbeschreiblich intensiv.
Im Garten hier duften vor allem Shailer´s White Moss, Marie de Blois und Soupert et Notting
Sheiler´s White Moss mit dem zotteligen, "mosigen" Blütenkelch besitzt ein sehr aromatisch-harziges Aroma. Ich liebe es sehr!
ROSA DAMASCENA
So alt sind die Damaszener Rosen – sie kommen schon in den Märchen aus 1001 Nacht vor. Der typische Duft der Damaszener Rosen aus Bulgarien und der Türkei ist süßlich-würzig und schwer.
Hier gibt es sommerblühende und sommer-herbstblühende Sorten.
Die Damaszener Rose entstand ursprünglich vermutlich aus Kreuzungen von Rosa gallica und Rosa phoenicia bzw. Rosa moschata.
In unserem Garten duften unter anderem die Sorten Ispahan, Mme Hardy, Pink Leda, White Leda
Pink Leda gehört zu meinen Lieblingsrosen. Die Knospen sind purpurrot und harzig. Aufgeblüht erscheinen die Blüten leicht panschiert (obwohl ich sonst keine panschierten Pflanzen mag, aber die ist wunderschön) und beim Pflücken werden die Finger klebrig harzig und alles duftet.
WASSERDAMPFDESTILLATION
Der Duft bei der Wasserdampfdestillation ist umwerfend. Die Rosen können frisch, getrocknet oder eingefrohren verwendet werden. Der Vorteil beim Einfrieren begenüber dem Trocknen ist, dass es viel einfacher und schneller geht. Einfach die Rosen in ein Sackerl geben, Luft heraussaugen, gut verschließen und in die Gefriertruhe damit.
Übrig bleiben stark durchweichte Rosen, eigentlich ein Gmatsch. Diese Rückstände eignen sich gut als Mulch bzw. machen schönen Kompost.
Die Einzelheiten der Wasserdampfdestillation, speziell von Rosen, gibt es vielleicht mal in einem eigenen Post oder auch hier, bei einem Online- oder Präsenzkurs .
WILDROSEN im Garten
Besonders hübsche Wildrosen sind Rosa micrantha und Rosa glauca. Sie duften aber kaum.
WISSENSWERTES
Erntezeitpunkt
Der beste Erntezeitpunkt von Duftrosen ist frühmorgens. Die Blüten, die gerade frisch aufgeblüht sind, noch fest und vital sind, werden geerntet. Alle Rosen können frisch, getrocknet oder eingefrohren verwendet werden. Das Einfrieren hat den Vorteil, dass es schnell geht und die Blüten bis zur Verwendung gesammelt werden können, sollte bei einer Tagesernte zu wenige Blüten anfallen.
Verwendung
Es können alle Rosen verwendet werden. Grundsätzlich. Es gibt keine giftigen Rosen. Es können auch alle Hagebutten verwendet werden. Bei den Blüten macht es natürlich Sinn, gut duftende Rosen zu verwenden, da es hauptsächlich der Duft bzw. der Geschmack ist, den wir in irgendeiner Form umsetzen möchten.
Für die Destillation wird von allen Duftrosen R.centifolia und R.damaszener empfohlen. Diese geben den Duft bei der Destillation am besten her. Ausprobieren könnt ihr natürlich auch andere Duftrosen. Besonders stark duftet das Hydrolat der Moosrosen. Herrlich.
Weitere Verwendung von Rosen wäre die Herstellung von Rosenessig, Rosenzucker, Rosensirup, Rosensalz, Rosenlikör und vieles, vieles mehr. Dazu gibts unzählige Rezepturen im Netz.
Vielleicht werd ich später auch noch etwas hochladen. Aber nun werde ich eine der letzten Destillationsdurchgänge mit den frischen Rosenblüten für heuer starten :-)
Holunder- und Rosensirup
Jeder Sirup enthält
500 ml heißes Wasser
250 g Zucker (weiß - wegen der Farbe)
1/4 TL Zitronensäure
24 Stunden stehen lassen, filtrieren, in saubere Flaschen füllen
HOLUNDERSIRUP
ca. 20 Blüten
1 Orange
1 Zitrone
Als ich Kind war waren bei mir zu Hause immer Orangen- und Zitronenscheiben im Sirup. Das mach ich auch so. Zum Schluss presse ich sie auch noch gut aus, weils sonst einfach schade drum wäre.
ROSENSIRUP
2 große handvoll Blüten
2 Limetten fein geschnitten
Die Rose Pink Leda besitzt am Blütenkelch Harzdrüsen, die bei schönem Wetter richtig klebrig sind. Beim Pflücken sieht und spürt man das dann auch an den Finger. Das Harz duftet würzig und ich mag das sehr. Dieser aromatische Duft und Geschmack harmonisiert gut mit Limetten. Der Sirup erhält dadurch einen lebendigeren Geschmack als manche andere Rosensirupe.
Es gibt natürlich noch andere Rosen mit diesen würzigen Harzen. Sheilers White Moss zum Beispiel.
Ich mach immer kleine Mengen Sirup weil ich das ganze Jahr über alle 2-3 Wochen neuen Sirup mit neuen Pflanzen und Geschmäckern mach. Er muss also nicht lange halten, deshalb verwende ich weniger Zucker. Ich mach ihn auch sehr intensiv mit viel Pflanzenmaterial. Wenn der Sirup über den Winter halten soll dann muss Wasser und Zucker im gleichen Gewicht verwenden werden und am besten vor dem Abfüllen nochmal kurz aufkochen und heiß in die Flaschen füllen.
Wer Zucker sparen möchte, kann also kleine Mengen mit weniger Zuckergehalt herstellen und den Sirup rasch aufbrauchen. Ich verwende hier normalen, weißen, raffinierten Zucker - weil die Farbe dadurch leuchtender wird. Diesen Kompromiss geh ich ein. Wir trinken nicht so viel Sirup, nur hin und wieder zwischendurch.
ROSENERNTE im Garten
Komm in den Garten zur Rosenernte!
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Und hier gibts eine Begleitung zur Arbeit in deinem Kräutergarten





































































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