Gartenmagazin

  • Andrea

Vermehrung

Über Samen und Sämlinge

 
Historische Rosen - Duftrosen
Für einen blühenden Kräutergarten müssen vor allem Ein- und Zweijährige Pflanzen regelmässig vermehrt werden

Samen

Um keimfähigige Samen aus dem eigenen Garten zu erhalten, müssen die Samen gut ausgereift sein.


Die Blüte des Schwarzkümmels zum Beispiel verwandelt sich in eine grüne Kapsel, die, wenn die Samen darin gereift sind, braun abfärbt und trocken wird.

Die Samen rasseln dann in der Kapsel wenn sie geschüttelt werden. Ein weiteres Zeichen, dass sie reif sind.




Wichtig zu wissen

ist, dass es Samen mit verschiedensten Eigenschaften und Bedürfnissen gibt.

Da gibt es zum Beispiel:


Kaltkeimer

Sie benötigen Kälte oder gar Frost über einen bestimmten Zeitraum, um keimen zu können.

Fallen die Samen im Spätsommer von der Pflanze ab und bleiben sie über den Winter im Freien am Beet liegen, dann werden sie im Frühling nach einer Kälte- bzw. Frostperiode keimen.


Werden aber Samen von solchen Pflanzen im Spätsommer wenn sie reif sind abgenommen und im Haus aufbewahrt, dann sind sie im nächsten Frühjahr oder Sommer bei der Aussaat mit großer Wahrscheinlichkeit nicht keimfähig. In diesem Fall müssen die Samen für 2-3 Wochen in den Kühlschrank gelegt werden. (Stratifizierung


Beispiele: Schnittlauch, Bärlauch, Salbei, Waldmeister, Gelber Enzian, Arnika, Engelwurz, Weinraute ...


Lichtkeimer

Diese Samen dürfen nicht zu dicht mit Erde bedeckt werden und keimen auch schwer in dicht bewachsenen Beeten. Bei der Freilandaussaat am besten drauf achten, dass die Beete gut lichtdurchflutet sind (starken Bewuchs etwas auslichte oder neues Beet vorbereiten). Bei der Aussaat in Töpfchen die Samen nur leicht andrücken und ganz ganz fein mit Sand bestreuen.


Beispiele: Baldrian, Basilikum, Bohnenkraut, Kresse, Kamille, Kümmel, Salbei ...


Einjährige

Wie der Name schon sagt, spielt sich das Leben dieser Pflanze in einem einzigen Jahr ab. Sie keimen im Frühling, blühen im Sommer, samen im Spätsommer/Herbst aus und sterben dann ab. Um diese Pflanzen fortwährend im Garten kultivieren zu können, müssen sie immer die möglichkeit haben, sich aussäen zu können. Das heisst, ab Juni immer ein paar Blütenstände für die Aussaat stehe lassen.


Beispiele: Ringelblume, Schwarzkümmel, Kerbel, Koriander, Basilikum Genoveser, Kapuzierkresse ...


Manche "Einjährige" heissen nur so, weil sie den Winter in unseren Regionen nicht überleben und es einfacher ist, jedes Jahr neu ausgesät zu werden.

Beispiele: Strauchbasilikum, Abelmoschus, Herzsamen


Zweijährige

Zweijährige Pflanzen blühen im zweiten Jahr (Ausnahme Beispiel: Engelwurz, benötigt manchmal bis zu 3 Jahren bis zur Blüte).

Vegetationslauf: Die Zweijährigen blühen im Sommer und bilden im Spätsommer die reifen Samen. Können die Samen nun an Ort und Stelle wenn sie abfallen wieder keimen bzw. nehme ich die Samen ab und säe sie sofort in Töpfchen, dann bilden sie im Spätsommer / Herbst Blattrosetten und blühen im nächsten Jahr. Die blühende Mutterpflanze stirbt meistens nach der Blüte ab und blüht im nächsten Jahr nicht mehr. (Ausnahmen Beispiele: Muskatellersalbei, Stockrosen).

Das heisst, wenn die Samen im Frühling ausgesät werden, blühen sie erst im darauffolgenden Jahr.


Beispiele: Muskatellersalbei, Engelwurz, Stockrose, Nachtkerze, Wilde Möhre, Königskerze ...


Schneckengefährdet

Besonders schneckengefährdet sind zB Sämlinge von Muskatellersalbei, Engelwurz, Mariendistel oder Malven. Alle diese Pflanze säen sich grundsätzlich sehr gern und einfach selbst im Garten aus.

Wenn Ihr aber viele Schnecken habt, dann lohnt es sich, diese Pflanzen (auch) in schneckengeschützten Töpfchen vorzuziehen.



Sämlinge

Kräuter, die sich gern und leicht selbst aussäen können den Garten bunt und jedes Jahr etwas anders aussehen lassen. Wichtig ist dabei, dass die Sämlinge im Frühling erkannt werden und nicht ausgejätet werden. Wenn Ihr Euch noch unsicher seid, dann hilft als Übung die Kräuter 1-2 Jahre in Töpfchen vorzuziehen um die Sämlinge in ihrem Aussehen kennenzulernen. Es geht dann sehr rasch, dass die Sämlinge auch im Garten erkannt werden und der Garten wird teilweise zum "Selbstläufer" was die Vermehrung betrifft.



Kurse und Seminare zum Thema Vermehrung

Das Thema Vermehrung wird im Modul "Frühlingsgarten" und im Modul "Herbstgarten" der Jahresbegleitung durch den Kräutergarten besprochen.


Weitere Infos dazu findets Du hier


 

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