Gartenmagazin

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wild inside

Es kann los gehen!

Die Wildkräuter-Saison lässt grüßen und in der Blauraum-Küche wird momentan – wie fast immer in dieser Jahreszeit – WILD experimentiert. Manche meiner Freunde belächeln meine Wiesen-Leidenschaft und bezeichnen mich als den „lebendigen Rasenmäher“. Ich nehm´ es mit Humor und steh dazu: bei einer saftigen Wiese läuft mir einfach das Wasser im Mund zusammen :D

Ich schätze mich glücklich, da meine Familie diese Wald- & Wiesen-Kost (zum Großteil) sehr gut annimmt. Die Kinder waren anfangs skeptisch. Also gab es zu Beginn ganz gewöhnliche Gerichte mit zusätzlichen Wildkräuter- & Blüten-Schälchen am Tisch, bei denen sie sich bedienen dürfen. So wurde selbständig probiert, dekoriert und das wilde Zeug immer mehr und mehr integriert. Mittlerweile sind wilde Pestos, Knospen-Karpern oder Wildkräuter-Pizza normal am Mittagstisch, sodass die Gerichte von Saison zu Saison wilder werden dürfen.

Als ich letztens beim Kräutersammeln wieder mal die Zeit übersehen hatte und ursprünglich Kräuter-Strudel am Menüplan hatte, gab es dann eine schnelle Abwandlung davon, die mir sehr gut gefällt:



FLADEN MIT WILDER MITTE


ZUTATEN


Fladenteig:

300 g Mehl glatt

200 ml Wasser

90 ml Öl

Salz


Füllung:

2 große Hände voll Wildkräuter

Hier ist alles möglich, was schmeckt, was man gerne verwendet oder was gerade verfügbar ist. Ich verwende zum Kochen momentan gerne Taubnessel, Brennessel (oder andere Nessel-Arten), Giersch, Bärenklau, ein wenig wilde Karotte und ein wenig Schafgarbe.

2 Knoblauchzehen

Salz

ein wenig Zitronensaft

Olivenöl

Fladenteig

Dafür alle Zutaten in die Küchenmaschine geben oder in einer Rührschüssel zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Wenn sich der Teig von der Schüssel löst, zu einer Kugel formen und mit wenig Öl bestreichen. Bestenfalls eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur rasten lassen. Zwischenzeitlich Kräuter vorsichtig abschütteln und grob zerkleinern. Zusammen mit Knoblauch, einem ordentlichen Schuss Öl, Zitronensaft (damit bleibt die Farbe eher erhalten) und ein wenig Salz in der Küchenmaschine feinhacken, sodass eine Paste entsteht.





Ein Backblech vorbereiten – mit Öl besteichen oder mit Backpapier auslegen und das Backrohr auf volle Stufe (ca. 270°C oder auch mehr) vorheizen. Den Teig nun in zwei Teile schneiden. Den ersten Teil etwas ausrollen und auf Backblech-Größe ziehen, damit er ordentlich dünn wird, bevor er als erste Schicht auf das Blech kommt. Diese Schicht wird nun mit der Wildkräuter-Paste bestrichen (bei Bedarf noch mit etwas Öl beträufeln).

Auch die zweite Teighälfte auf Backblech-Größe ziehen und damit dann die Kräuterpaste bedecken. Den Teig-Deckel wieder mit wenig Öl bestreichen und in das Backrohr schieben. Es dauert nicht lange (je nach Temperatur) bis der Fladen tolle Blasen wirft – zwischen 5 bis 8 Minuten sollte er, goldbraun gebacken, fertig sein.

In Stücke reissen oder schneiden und als Fladenhaufen servieren.

Mahlzeit.





ABWANDLUNG NACH LUST, LAUNE & VERFÜGBARKEIT





1. Für strenge Wildkost-Verweigerer kann eine Hälfte oder auch der gesamte Fladen natürlich mit anderen Zutaten (zB. gewürztem Topfen, Wurzelgemüse-Raspel oder auch Apfel-Raspel) bestrichen werden. Wichtig ist, dass die Fülle relativ dünn aufgetragen wird.

2. Man serviert dazu einfach eine Sauce zum dippen und Salat (Für 4 Personen sollte man dann aber eher die doppelte Menge vorbereiten!). Oder passend natürlich auch als Begleiter bei jeder Grillerei!

3. Wir essen den Fladen auch gerne mit gegrilltem Schafskäse. (Beim letzten Mal – Foto oben – mit Wildkräuter-Pizza, gegrilltem Schafskäse und jungen Distelblättern mit Zitrone)

FÜR UNSER WOHLBEFINDEN





Wildkräuter erleben glücklicher Weise wieder eine Renaissance. Ich denke, jedem (der sich für Kräuter interessiert) ist bewusst, dass Wildgemüse sehr viel mehr an Vitamin- und Mineralstoffen entält als in Kulturgemüsearten. Bestenfalls natürlich als Rohkost im Salat oder sanft verarbeitet. Mehr dazu aber in einem Wildkräuterkurs von Andrea :-)

Hoffentlich bald wieder möglich!!




Carina Sammer

@carinasammer

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