Gartenmagazin

  • Carina

wilde Klassik & wilde Variante


Zumindest Wildkräuter findet man schon massig, auch wenn das Garten-Glück bei dieser Kälte noch auf sich warten lässt. Heuer ist mir sehr nach experimentieren zu Mute und deswegen entstehen täglich neue Gerichte. Zur klassischen Kräuter-Butter, die ich hauptsächlich beim Kochen verwende, um Gerichte zu verfeinern, habe ich mir heuer eine Variante kreiert, die ich lieber als Aufstrich verwende, als die herkömmliche Kräuterbutter. Ich habe für mich herausgefunden, dass würzige Kräuter (wie Taubnessel, Schafgarbe oder wilde Karotte), die ich bei der Kräuterbutter gerne verwende, als roh-Variante sich kratzig in meinem Hals anfühlen. Also gibt es heuer zusätzlich einen Wildkräuter-Aufstrich, der wohlwollend über die Kehle gleitet, nicht jedoch auf die gewünschte Würze verzichtet. Deswegen dünste ich meine Lieblings-Kräuter einfach kurz an – so geht der Kratz-Effekt verloren.



Erst jedoch die

WILDE KLASSIK – KRÄUTERBUTTER

ZUTATEN

(grobe Mengenangabe, manche mögen es lieber mit mehr Butter andere wiederum mit mehr Kräuter – generell lässt sich die Kräuterbutter auch wunderbar einfrieren, weswegen man auch gleich viel mehr machen kann)


15 dag Butter (Zimmertemperatur)

1 große Hand voll Kräuter (zB.: Taubnessel, Giersch, Schafgarbe, wilde Karotte, Gundelrebe – oder auch mit Küchenkräuter wie Schnittlauch, Petersilie usw. kombiniert)

1 kleine Hand voll Blüten (zB.: Löwenzahn, Gänseblümchen, Gundelrebe, Veilchen, Taubnessel)

Salz, Pfeffer


Die Wildkräuter grob zerkleinern und im Küchenmixer fein hacken. Mit der Butter, Salz und Pfeffer zu einer homogenen Masse verrühren. Die zerkleinerten Blüten auf ein Butterpapier oder eine Frischhaltefolie gleichmäßig verstreuen. Die Kräuterbutter auf die Blüten verteilen und zu einer Rolle formen. Papier bzw. Folie eng rundum rollen, verschließen und in den Kühlschrank geben. Fertig. Die Rolle kann man einfrieren oder gleich verwenden – hält sich ein paar Wochen im Kühlschrank (nur die Blüten sehen nach ein paar Tagen nicht mehr so frisch aus).








WILDE VARIANTE – KRÄUTERHACK

ZUTATEN

15 dag Butter (Zimmertemperatur)

1 große Hand voll Kräuter (zB.: Taubnessel, Giersch, Schafgarbe, wilde Karotte, Gundelrebe)

1 Hand voll gekochte Berglinsen (oder eine andere Sorte)

1/4 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

ca. 5 getrocknete Wacholderbeeren (gemörsert)

Kümmel gemahlen od. gemörsert

Koriander gemahlen od. gemörsert

Salz, Pfeffer

Öl

Gewürfelten Zwiebel, Kümmel und Koriander mit etwas Öl in einer Pfanne anbraten. Die grob zerkleinerten Kräuter hinzufügen und Hitze zumindest auf die Hälfte reduzieren. Wenn die Kräuter in sich zusammengefallen sind, Knoblauch und Wacholder hinzufügen und noch so lange rühren, bis der Knoblauch zu duften beginnt. Danach ausschalten und alles abkühlen lassen.


Wenn alles kühl genug ist, die Butter zusammen mit den gedünsteten Kräutern in die Küchenmaschine geben kurz mixen bis die Kräuter gut zerkleinert sind. Zum Schluss noch die Linsen, ausreichend Salz und eine starke Prise frisch gemahlenen Pfeffer hinzufügen. Für eine grobe Konsistenz nur kurz anmixen, sonst länger.


Nun noch schnell eine Scheibe Brot organisieren und gleich mal probieren.

Mahlzeit.







ABWANDLUNG NACH LUST, LAUNE & VERFÜGBARKEIT

  1. Bevor der Kräuterhack serviert wird, sollte er rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen werden, damit er streichfähig ist.

  2. Statt Linsen können auch Kichererbsen verwendet werden – dann aber vielleicht noch den Saft einer halben Zitrone hinzufügen, damit es nicht zu trocken wird.

  3. Bei mir befindet sich in diesem Kräuter-Mix vor allem Taubnessel, weil ich sie so mag. Aber es sollte jeder sein persönliches Lieblingskraut wählen. Manche lieben die Gundelrebe, die ich lieber nur sehr spärlich einsetze, andere wiederum Giersch. Ich versuche immer ein oder zwei Hauptkräuter einzusetzen und den Rest als Würzkräuter in sehr kleiner Menge beizumischen.

  4. Zur perfekten Wildkräuter-Jause gehören dazu Sauerampfer-Getränk und Löwenzahnkapern – Wildkräuterherz was willst du mehr? Der Hack kann aber auch elegant mit Brötchen als Gedeck serviert werden.



FÜR UNSER WOHLBEFINDEN



Die Taubnessel ist reich an Vitamin C, enthält Kalium, Calcium, Eisen, ätherisches Öl, Saponine & Gerbstoffe. Die Taubnessel (als Tee) wirkt sich positiv auf die oberen Atemwege, insbesondere bei Husten und leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum aus.






Carina Sammer

@carinasammer